Spätestens seitdem das Erdmännchen „Timon“ und das Warzenschwein „Pumbaa“ im „König der Löwen“ lebenslustig ein Lied sangen, war das Leben im Busch wieder in Ordnung: „Hakuna Matata!“ Dieser Ausdruck stammt ursprünglich aus der afrikanischen Swahili-Sprache und beutete so viel wie „Es gibt keine“ (hakuna) „Probleme/Schwierigkeiten“ (matata). Und wer auf Safari geht, hat sich vielleicht auch Lieder wie Totos „Africa“, The Tokens „The lion sleeps tonight“ oder den „König der Löwen“-Soundtrack auf sein Smartphone geladen. Zum Glück hatte ich dies auch getan, denn bei einer unvergesslichen Safari in der Masai Mara war der Moment gekommen, den Herausforderungen mit „Hakuna Matata!“ zu trotzen.
Ein unvergessliches Erlebnis beginnt
Es war die erste Pirschfahrt einer mehrtägigen Safari durch Kenias Nationalparks. Dementsprechend erwartungsfroh wurde morgens um 5 Uhr der 4×4-Land Cruiser bestückt. Geplant war eine ganztägige Pirschfahrt durch den Masai Mara National Reserve. Großes Ziel der gesamten Reise: Einen Leoparden vor die Kamera zu bekommen, denn dieser fehlte mir noch auf der Liste der afrikanischen Big Five. Und auch über Geparden hätten wir (meine Familie) uns sehr gefreut.



Nachdem wir einige Dutzend startender Ballons bewunderten, ging die eigentliche Pirschfahrt los: Der erste Funkkontakt unseres Fahrers zu einem Kollegen und die erhöhte Geschwindigkeit ließ die Spannung steigen. Schon 5 Minuten später, etwa 1 Stunde nach Einfahrt in den Park, bogen wir von der Hauptroute ab auf eine Nebenpiste und rollten auf ein kleines Wäldchen zu. Die Kameras waren schon längst bereit. Der Motor verstummte und unser Fahrer signalisierte uns, leise zu sein. Er deutete auf einen Busch, aus dem es raschelte: Aus dem Busch trat ein Leopard.

Mit ihm wich die Müdigkeit der frühen Morgestunden schlagartig. Der Leopard lief zunächst in unsere Richtung, was unseren Herzschlag noch einmal mehr beschleunigte, bog dann aber zielgerichtet auf eine Lichtung ab. Erst jetzt registrierten wir die gesamte Szenerie: Einen zweiter Leopard lag dort und die Lichtung glich einem Schlachtfeld: Der Rumpf und die Überreste einer Antilope waren über die ganze Wiese verstreut. Die beiden Leoparden hatten die Antilope kurz zuvor erbeutet und begannen, sie vor anderen hungrigen Räubern in den Büschen zu verstecken. Dort blieben sie auch.



Big Five – und was nun?
Was für ein Start in den Tag: Das große Reiseziel, einen Leoparden zu sehen, war bereits nach kurzer Zeit Wirklichkeit geworden. Was sollte noch folgen – und stand der restliche Tag nun komplett im Schatten dieser frühen Erlebnisse?
Um 7:35 Uhr setzte sich unser Land Cruiser wieder in Bewegung und blieb fünf Minuten später, um 7:40 Uhr, erneut stehen. Der Grund: Wie eine Foto-Trophäe saß ein prächtiger Gepard auf einem Hügel. Was war hier los? Waren wir Opfer von „Versteckte Kamera“? Nein, keine Moderatorin lugte aus einem Gebüsch hervor. Vielmehr posierte das wunderschöne Tier minutenlang für uns in dieser Position. Dann witterte der Gepard etwas, setzte sich sanft in Richtung offener Savanne in Bewegung, bis er aus unserem Blickfeld verschwunden war.




Leopard und Gepard auf Augenhöhe – und was nun?
Wir konnten unser Glück kaum fassen. Zwei Raubkatzen aus nächster Nähe hatten wir uns in den kühnsten Träumen nicht vorgestellt. Wir atmeten tief durch und versuchten, die Emotionen wieder unter Kontrolle bringen. Es war genau 7:46 Uhr, als wir uns wieder in Bewegung setzten – nicht ahnend, was wir noch alles erleben sollten. Denn was wir nicht wussten, dass unser Fahrer dem Gepard folgte. Ob wir ihn wieder aufgespürt haben und wie der Tag weiterging, erfahrt ihr in der Fortsetzung: Versumpft in der Masai Mara: Hakuna Matata (Teil 2)

