Unser Tag bis 13 Uhr: Leoparden, Gepard, Jagdszene und 6 Stunden samt LandCruiser versumpft mit Happy End. Da wir ja lange genug Zeit hatten, uns im festgefahrenen Auto zu verpflegen, einigten wir uns mit dem Fahrer darauf, den Rest des Tages für die eigentlich ganztägig geplante Pirschfahrt zu nutzen und nur noch auf befestigten Wegen zu bleiben. Das funktionierte auch 10 Minuten gut. Wir hatten alle die Nerven etwas beruhigt, kurbelten das Dach wieder hoch und ein Fenster herunter: Frische Luft für alle! Leider umwehte nicht nur warme Savannenluft unsere Gemüter, sondern auch die weichende Luft des rechten Hinterreifens unseres Geländewagens.
Reifenpanne
Es war 13:15 Uhr und wir hatten einen Platten. Da standen wir nun, diesmal am Wegrand wenige Meter entfernt von einem Picknick-Bereich. Wir stiegen alle aus dem Wagen. Da ja am Heck des Land Cruisers ein Ersatzrad hing, sollte diese kleine Panne ja schnell behoben sein. Wer 6 Stunden im Savannensumpf verbracht hat, für den sollte ein Reifenwechsel ein Kinderspiel sein. Aber nur, wenn Werkzeug zum Reifenwechsel vorhanden gewesen wäre. Als wir das feststellten – das sei an dieser Stelle durchaus mal erwähnt – sangen wir nicht nur noch „Hakuna Matata“, sondern die Tonlage wurde etwas schiefer …

Nach einer viertel Stunde hielt ein anderes Fahrzeug neben uns. Der Fahrer hatte ein Wagenkreuz dabei und einen kleinen Notfall-Wagenheber. Dieser war vielleicht gut geeignet, um einen Toyota Yaris anzuheben, aber nicht einen 2-3 mal so schweren Land Cruiser des gleichen Herstellers. Dadurch rutschte auch das hochgepumpte Fahrzeug prompt ab und der gutmütigen Helfer aus dem anderen Fahrzeug zog gerade noch sein Bein unter dem an der rechten Hinterachse herunter krachendem Offroad-Fahrzeug heraus. Hakuna Matata. Hakuna Matata. Hakuna Matata.
Wir beschlossen, größere Steine zum Stützen des Fahrzeugs zu suchen. Da diese in einer trockenen Savanne nicht unbedingt in Hülle und Fülle am Wegrand liegen, war beim Suchen im knöchelhohen Gras also etwas Vorsicht geboten vor hungrigen Tieren oder kriechenden giftigen Tieren. Wir fanden zwei fußballgroße Steine, die wir dann direkt nach dem erneuten Hochpumpen des Fahrzeugs als Sicherung unter das Fahrzeuggestell klemmten. Die Steine waren leider nicht hoch genug, es fehlten 10 Zentimeter. Weil wir das Auto nicht höher bekamen, mussten wir also die Fahrstraße tiefer legen. Mit einer Eisenstange und dem Wagenheber wurde also Zentimeter um Zentimeter die befestigte Straße weggekratzt, bis der Reifen schließlich gewechselt werden konnte.
14 Uhr: Die Safari beginnt
Wir beruhigten unseren Fahrer (mittlerweile ein einziges Nervenbündel) und nun konnte die Safari beginnen. Denn was wir noch unbedingt sehen wollten, war der Mara-Fluss, der vielen vielleicht bekannt ist aus Aufnahmen der „Great Migration“, dem dramatischen Schauspiel einer Tierwanderung, bei der Hunderttausende Gnus und Zebras die gefährlichen Gewässer zwischen der Serengeti (Tansania) und der Masai Mara (Kenia) durchqueren möchten. Dabei müssen sie die steilen Ufer erklimmen und aufpassen, dass sie nicht von den unzähligen im Fluss lauernden Krokodilen geschnappt werden. Ohne weitere Panne erreichten wir eine dieser Flussbiegungen, allerdings ohne spektakuläre Jagdszene. Nur Hippos lagen faul am Ufer des Mara Flusses.


Drei Stunden afrikanisches Wildlife pur
In den kommenden drei Stunden wurden wir belohnt für die bestandenen Herausforderungen des bisherigen Tages. Bis auf Rhinos komplettierten wir noch die afrikanischen Big Five am restlichen Tag, darunter auch Löwen aus unmittelbarer Nähe und die zweite Fotoshow des Tages, erneut von einem Geparden mit zuvor erlegter Antilope exklusiv für uns.



Als wir bei einsetzender Dämmerung auf dem Parkplatz der Lodge aus dem Fahrzeug ausstiegen, wollten wir einfach nur bei ein/zwei kühlen Getränken diesen unvergesslichen Tag in der Masai Mara ausklingen lassen und die durchs das Autodach geschleuderten Schlammklumpen aus unseren Haaren kemmen – ob wir auch an der Bar versumpft sind, wissen nur das Erdmännchen „Timon“ und das Warzenschwein „Pumbaa“ – Hakuna Matata!

